Monatsspruch für September: 

Ja Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

(2. Korinther 5,19)

Hattet ihr schon einmal Streit, in der Familie oder in der Nachbarschaft? Sicherlich. Leicht wird aus der Lappalie eine grundlegende Auseinandersetzung. Erst ist der eine Nachbar zu laut, dann lässt der andere seine Zweige zu weit über die Grenze wachsen, danach zieht der Rauch vom Frühjahrsfeuer stundenlang zum Gegenüber und so weiter, manchmal endet so ein Nachbarschaftsstreit vor Gericht, jahrelang redet man nicht mehr miteinander. Andere Auseinandersetzungen in der Gesellschaft enden in Gewalt, und zwischen Völkern gar in Krieg. Je tiefer der Graben zwischen den Parteien ist, desto schwieriger werden der Frieden und die Versöhnung. Wir können froh darüber sein, dass Deutschland nach den Kriegszeiten heute mit seinen Nachbarländern in Frieden und ja auch mehr der minder versöhnt zusammenleben kann.

Wie löst sich aber nun solch ein Streit, solch ein Konflikt zwischen Kontrahenten auf? Manchmal wächst Gras über die Sache, manchmal muss aber auch einer der beiden den ersten Schritt wagen und auf den anderen zu gehen, eventuell auch unter großen Opfern. Jakob zum Beispiel versuchte, durch eine Unmenge an Geschenken, Ziegen, Schafen usw. eine Versöhnung zwischen sich und dem Bruder Esau herbeizubringen. Hier war es also der Schuldige, der mit Gaben eine Verzeihung erflehte.

Gott macht es nun anderes, um eine Versöhnung zwischen sich und seine von ihm abgewandte Menschheit herbeizuführen. Er selber opfert einen Teil seiner selbst und lässt seinen Sohn am Kreuz sterben. Etwas paradox, dass der Unschuldige die Schuld bezahlt. Aber dadurch konnte Versöhnung geschehen, und wir können uns Gott nähern. Nur Jesus selber war in der Lage, den Riss zu schleßen, das schaffen in dieser Dimension keine vom Menschen gemachten Psalmen, Lieder, Gebete. Der große Graben zwischen der gesamten Menschheit und Gott konnte nur durch Jesus - also Gott selbst - geschlossen werden.
Thomas Holtz