Monatsspruch für September 2021: 

 

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt. Ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.

(Haggai 1, 6)

Was ist denn nun los – Gott gibt uns nicht mehr seinen Segen, weder auf Wachstum noch für unser Tun? Dabei singen wir doch jedes Jahr zu Erntedank: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Höchsten Hand, der tut mit leisem Wehen … Wuchs und Gedeihen drauf ….und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein...“ Ich dachte, Gott gibt uns immer nur Gutes. Kann Gott auch anders? Für welche Situation ist das zutreffend? Der Prophet Haggai zieht Bilanz nach einigen Jahren der Rückkehr des Volkes Israel aus der Gefangenschaft. Er stellt fest, dass die Heimgekehrten inzwischen wieder in prächtigen Häusern wohnen. Nichts gegen ein Dach über den Kopf, der Sicherung eines wichtigen Grundbedürfnisses. Sie hatten gut für sich gesorgt, hatten sich darin gut eingerichtet und brauchten vielleicht Gott schon gar nicht mehr. Denn an einen Wiederaufbau des Tempels, das Wohnen Gottes unter ihnen, wurde kein Gedanke verschwendet, war vielleicht auch gar nicht mehr nötig. Haggai bringt diese Nachlässigkeit in Verbindung mit der erlebten Missernte und Mangelwirtschaft. Er stupst sie mit der Nase drauf: „ Achtet doch einmal darauf, wie es euch ergeht!“ (1,5). Und in Vers 9b: „Ihr lasst mein Haus in Trümmern liegen, und jeder denkt nur daran, wie er sein eigenes Haus baut!“ Er bleibt aber nicht bei der Kritik stehen, sondern macht Mut zum Aufbruch (Kap. 4, V. 4-5): „Aber der Herr sagt: `Lasst euch nicht entmutigen! Ans Werk...Ich steh euch bei…Ich bin mit der Kraft des Geistes mitten unter euch “. Ergibt sich daraus einen Zusammenhang für uns? Wir haben ja auch den Umbau unseres „Tempels“ in Angriff genommen. Und wir dürfen erleben, dass, wenn man die Ärmel für die Sache Gottes hochkrempelt, ER seinen Segen gibt. Vieles hat sich nahtlos gefügt, wir durften manch gute Unterstützung erfahren, der Herr hat Kraft und Gelingen gegeben. Ich möchte an der Stelle allen, die daran mitgewirkt haben, besonders auch denen, die immer wieder den Dreck wegmachen mussten, herzlich danken. Ich hoffe, dass sich auch der Umbau des Sanitärbereiches gut vollzieht und bitte um Verständnis für die Einschränkungen. So denke ich werden wir auch dieses Jahr wieder das Erntedanklied anstimmen und unserem Gott danken, für all den Segen den wir von ihm erhalten haben.
Steffen Böttger