Monatsspruch für Juli 2022: 

 

Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott.  (Psalm 42, 3)

Wie wohltuend ist ein erfrischendes Getränk, wenn wir so richtig ausgelaugt sind. Wie schlimm muss es erst sein, wenn das Grundbedürfnis nicht befriedigt werden kann, ein Mensch am Verdursten ist. Leider nimmt es in der Welt zu. Und auch bei uns wird der Rohstoff Wasser knapper. So wird Wasser in Zukunft richtig wertvoll werden. Und es ist gut, sorgsam mit diesem Kapital umzugehen. Für mich ist frisches Wasser, dass sauber aus der Erde hervorquillt, sowieso ein Geschenk. Aber nicht nur unser Körper verlangt danach, auch unsere Seele kann vor Durst leiden. Das ist nicht minder schlimm. Viele kennen solche Situationen, wie sie der Schreiber dieses Psalms benennt: „Meine Tränen sind mein  Brot geworden  Tag und Nacht“, „ich will ausschütten meine Seele“, „meine Seele dürstet“. Ein echtes Tief. Dafür kann es äußere Gründe geben. Der Schreiber dieses Psalms befindet sich im Exil, vermisst die Gottesdienste und hat sicherlich manche Not. Den Mangel empfindet seine Seele wie einen großen Durst. So stark, als wenn ein Hirsch röhrt. Er schreit seine Not heraus, aus tiefster Inbrunst. Hört das einer? Wir wissen und bezeugen, dass Gott gerade im dunklen Tal wohnt, uns darin versteht und nahe ist. Man darf bei ihm das Herz ausschütten. Es gibt eine Adresse für unsere Not. ER hört. Wir brauchen bei Ihm nicht den starken Mann, die starke Frau zu spielen. Auch die Bibel berichtet von Tiefpunkten von vielen Menschen, wie Mose, Elia, Jona, Petrus. Auch bei ihnen lastete Schwere in ihrem Leben. Doch Einer war da in ihrer Not, hat eine Lösung gebracht, hat das Dunkel erhellt. Aber auch ohne größere Probleme hat der Mensch einen Durst auf seine Lebensfragen – wo komm ich her?, wo geh ich hin?, was füllt die Leere in mir aus? Viele Angebote und Antworten bieten sich an. Doch sind sie wirklich in der Lage, unseren Lebensdurst zu  stillen?  Im  Glauben haben wir bei unserem Herrn Jesus Christus eine wirkliche Lösung gefunden: „Wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten“ (Joh. 6,36). Eine Suche nach einem anderen Angebot erübrigt sich. Das Sehnen unserer Seele tief drinnen ist gestillt. Wie wohltuend. Das heißt nicht, dass wir zukünftig von Durststrecken verschont bleiben. Aber uns wird ja dann wieder die Quelle des frischen Wassers einfallen.     Steffen Böttger