Monatsspruch für März 2021: 

 

Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

(Lukas 19, 40)

I

Auf Anhieb ist dieses Wort nicht zu verstehen. Hat jemand schon mal Steine reden hören? Steine und Felsen stehen für Standhaftigkeit, Beständigkeit, Befestigung und Schutz. Statuen und Gebäude aus Stein sind bestenfalls Mahnmale oder Gedenksteine. Deren Botschaft kann Grund zur Gewissheit geben, aber auch zu Bestrafung eingesetzt werden: 'Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein', oder bei der Steinigung von Stephanus, dem ersten Evangelisten. Andererseits sagt Jesus zu Petrus, dessen Name Fels bedeutet: 'Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen'. Da bezeichnet er einen Menschen als Felsen. Das ist ja wohl eine erstaunliche Auszeichnung für einen, der Jesus verleugnet hatte. In einer Beispielgeschichte bezeichnet Jesus den Bauherrn klug, der, im Gegensatz zu einem Unklugen, sein Haus auf Felsen baute. Damit ist der Kluge in seinem Haus gewappnet gegen die Stürme des Lebens.
Der Zusammenhang unseres Verses aus dem Lukas-Evangelium zeigt uns, wie Jesus seine Gegner, die jüdischen Gelehrten, die Pharisäer, in die Schranken weist. Sie hatten den jubelnden Lobgesang des Volkes als Gotteslästerung kritisiert und Jesus aufgefordert, dem ein Ende zu machen. Aber Jesus stellt sich mit diesen Worten klar auf die Seite des Volkes und dokumentiert damit, dass ihm dieses Lob gebührt, weil er tatsächlich der Sohn Gottes ist. Mit den schreienden Steinen sagt er aus, dass keiner das Lob Gottes verhindern kann, weil Gottes Allmacht und die Erfahrung seines Handelns uns als seine Kinder zum Loben und Danken bringt, was eine logische Folge ist, die niemand verhindern kann. Die Feinde, die Gottesleugner und Christenverfolger können das Lob der Gläubigen nicht verhindern. Es geschieht laut vernehmbar oder leise im Inneren mit Worten und Liedern rund um den ganzen Erdball, wo Menschen Gottes Hilfe erfahren haben. 

Der Lobpreis in unseren Gottesdiensten ist wertvoll und dürfte gerne noch stärker ausfallen. Da können wir von den afrikanischen Geschwistern etwas lernen; sie feiern ihren - unseren - Gott im Lobpreis mit Jung und Alt singend, spielend und tanzend als Ausdruck des Dankes und der Verehrung. Dafür nehmen sie sich viel Zeit am Anfang ihres Gottesdienstes. Lobpreiset unseren Gott, singet ihm ein neues Lied, der uns aus aller Not in seine Liebe rief!

So erging es mir im letzten Abendmahlsgottesdienst wieder mal aus dankbarem Herzen:
Dank sei Dir, mein HERR und GOTT,  ja, DU kennst all unsre Not, wenn wir unser Leben sehn und auf falschen Wegen gehen. DU nimmst uns die Lasten ab, bist erstanden aus dem Grab, um Erlösung uns zu bringen, auch Vergebung von den Dingen, die uns weg von DIR woll´n zieh´n. HERR, erleuchte unsern Sinn, dass wir DIR die Ehre geben und in DEINEM Sinne leben. 

Renate Walden