Monatsspruch für Juni:

 

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.

1. Könige 8,39

 

Das ist ja nun eine Wahrheit, die man nicht von der Hand weisen kann: Gott kennt einen jeden von uns viel besser, als wir es je könnten. Kennt unsere Gedanken, unsere Stärken und Schwächen. Sein Wissen ist für uns unvorstellbar, auch wenn wir Menschen mit Computern, Speicherkapazitäten und Terra-Bytes umgehen können, naja, vielleicht auch gerade deshalb.
Manchmal sagen wir vielleicht: es ist nur gut, dass wir über das Buch des Lebens nicht bestimmen können und nicht bestimmen dürfen, sondern Gott allein am Ende entscheidet, wer zu ihm gehören soll. Wir würden die Menge an Informationen über einen Menschen kaum fassen und verarbeiten können - und auch nicht gerecht urteilen, soviel ist klar. Gut ist, dass es neben diesen vielen Informationen aber auch Gottes Liebe und die Vergebung gibt, die Jesus für uns erwirkt hat - keiner wäre sonst, in Gottes neuer Welt mit dabei.
Da Gott in unser Herz sieht, können wir uns deshalb vor ihm auch nicht verstecken oder uns herausreden, zum Beispiel mit: ich habe den Apfel ja gar nicht gepflückt, sondern er wurde mir angeboten, oder: ich habe ja nicht angefangen, oder: alle anderen machen es ja auch so. Und so weiter - was es da noch für Entschuldigungen geben mag. Schuld haben meist die anderen, meinen wir. Und merken nicht, dass Gott bis in die auch wirklich dunkelsten Winkel des Herzens schaut.
Zu gern wüssten wir auch, was der andere denkt und meint, und ob er es so meint, wie er es sagt. Wir hätten gern etwas von der Allwissenheit des Herrn.
Aber manchmal wollen wir uns mit dem Nächsten wiederum gar nicht näher beschäftigen. Seine Meinung interessiert uns dann nicht. Es ist ja auch viel bequemer, sich von Vorurteilen und negativen Erfahrungen leiten zu lassen, als sich auf Neues einzulassen und seine eigene Meinung zu hinterfragen. Oftmals erkennt man erst nach einiger Zeit, welche Schätze sich hinter der Fassade des anderen verbergen, wenn man ihn richtig kennengelernt hat, z. B. bei gemeinsamer Arbeit, auf einer gemeinsamen Gemeinderüste, in besonderen Ausnahmesituationen usw.
Bis dahin sollten wir nicht zu schnell urteilen, sondern voller Liebe zueinander, Schritte aufeinander zu wagen.
Thomas Holtz