Monatsspruch für Mai:

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade

Gottes, jeder mit der Gnade, die er empfangen hat.

1. Petrus 4,10

 

Dienen? Sich bücken? Sich von anderen etwas sagen lassen? Einen Befehl ausführen? Wer tut das schon gern? Der oberste Dienstherr, von dem hier die Rede ist, ist Gott. Ihm zuliebe und Ihm zu Ehren sollen und dürfen wir einander dienen als gute Verwalter. Das hört sich schwer und anstrengend  nach Arbeit an, ist aber beschränkt auf die Gabe, die ich von Gott empfangen habe. Das kann die natürliche Begabung sein - darin steckt ja das Wort  „Gabe“-, die eventuell auch im Beruf Verwendung findet, oder die, die mir bei der Bekehrung oder Taufe  von Gott geschenkt wurde.

Eine gute Übung, die eigene Gabe zu erkennen, ist, andere entscheiden zu lassen, welche Gabe sie bei mir entdecken. Daraus ergibt sich manches Aha-Erlebnis, weil sich die Wahrnehmung des anderen nicht unbedingt mit meiner Empfindung decken muss. Meine Gabe gut zu verwalten, sie gut einzusetzen, dazu ermuntert uns das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden oder   Talenten, Matth. 25, 14 - 30.  Das heißt, wir sollen unsere Gaben nicht verstecken, sondern einsetzen, damit sie Frucht bringen können, die Gott dann auf geheimnisvolle Weise vervielfältigen wird. Jesus verachtet die kleinen Gaben nicht, z. B. die von der armen Witwe, Lk. 21, 1 - 4, und Mk. 6, 34 - 44 bei der Brotvermehrung, bei der ER aus der kleinen Menge, die ein Kind zur Verfügung stellt, eine riesige Volksmenge satt macht.

Ein Anruf, ein Besuch oder die What'sApp-Nachricht, die uns Gott aufs Herz legt, kann in dem Moment für den anderen eine große Ermutigung sein. Wir verkürzen diesen Vers gern und übersehen dabei den Mittelteil: „Als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes“, dass nämlich unsere Gaben der vielfältigen Gnade Gottes zu verdanken sind. Sie sind nicht anerzogen oder erlernt, sondern Gnadengeschenke unseres himmlischen Vaters! Wir kön-nen das Geschenk ignorieren oder zu Seiner Ehre einsetzen. Dabei entschei-det sich einmal, wer ein guter oder schlechter Verwalter war.

Wie schön, dass die Gnade so vielfältig ist, dass wir uns nicht vergleichen müssen, sondern staunen dürfen, wie diese Gaben in jedem Einzelnen Gestalt gewinnen! Und das gerade jetzt in der Corona-Zeit! Da kann man staunen, wie z. B. aus einem Frisör, einem Haushaltsauflöser und einem Holzkünstler plötzlich ein respektabler Bautrupp wird, so dass hässliche, abgeplatzte Wände   wieder in neuem Glanz erstrahlen! Wir dürfen gespannt sein, welche Gaben unser HERR uns in diesem und im nächsten Jahr noch schenken wird, wenn unser Pastor sich langsam aus all den vielen Aufgaben zurückzieht. Gottes Gaben sind keine Last, sondern eschenk!            Renate Walden