Monatsspruch für Juni 2021: 

 

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

(Apostelgeschichte 5, 29)

Gehorchen sollen doch die Kinder lernen, das betrifft uns doch nicht. Wir haben doch unsere Lebenserfahrung und Standpunkte, nach denen wir unsere Entscheidungen treffen. Wir müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es viel Leid und Nöte in der Menschheitsgeschichte - und das bis heute - gibt, die auf menschliche Entscheidungen zurückzuführen sind. Also kann man auch verkehrt liegen und sich irren. Aus diesem Grunde hat Gott dem Menschen Gebote und Ratschläge gegeben. Sie dienen nicht dazu, ihm Genüge zu tun, sondern um Lebensrechte zu garantieren. Sie sollen dem Wohl des Menschen dienen. Wenn uns so geboten wird, am Sonntag nicht zu arbeiten, hat das vordergründig keinen religiösen Anspruch, sondern dient unserer nötigen Erholung. Das ist ja noch relativ simpel. Schwieriger wird es schon bei Themen des Bekenntnisses oder bei Lebensrechten, dem sich wandelndem Mainstream. Die Bibel ist kein „Schönwetterbuch“, sondern zeigt auch, wie Menschen „daneben liegen können“: So erschleicht sich Jakob das Erstgeburtsrecht, schafft sich das Volk Israel ein Goldenes Kalb, das es anbetet, begeht David Ehebruch und stiftet einen Mord an, handelt Jona dem ihm gegebenen Auftrag entgegen und schwört Petrus, dass er mit Jesus nie etwas zu tun hatte. Es gibt aber  auch viele positive Beispiele, wo Menschen dem Willen Gottes gehorchten. So folgt Abraham dem Ruf Gottes und verlässt seine liebgewordene Heimat, widersteht Josef der Versuchung, widersetzen sich die Hebammen Ägyptens, die Knaben der Israeliten zu töten, folgt  Daniel nicht dem Befehl, dem göttlichen Bildnis zu huldigen und es anzubeten. Und derselbe Petrus, der Jesus kurz vorher verleugnet hat, bietet der Obrigkeit des Staates klaren Widerstand, indem er klarstellt, dass er von der Auferstehung und Lehre Jesu nicht schweigen kann, ja „Gott mehr gehorchen muss als den Menschen“. Mutige Beispiele der Geschichte sind z. B. Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King, die sich den Machen-schaften  des Staates widersetzten, weil die Menschenrechte grob verletzt wurden. Andererseits sollen wir uns der Regierung unterordnen und ihre Anordnungen akzeptieren.  Auch wenn uns diese im letzten Jahr oft nicht geschmeckt haben, sollten sie der Erhaltung des Lebens  dienen. Fazit: Gehorchen sollte dem Wohl des Menschen dienen. Dazu brauchen wir viel Weisheit und Leitung des Geistes Gottes. Gehorchen gilt also auch uns noch, wenn Jesus uns z. B. rät: „Wer mich bekennt vor den Menschen, den werde ich auch bekennen vor meinem Vater im  Himmel“.        Steffen Böttger