Monatsspruch für Mai

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Der Winter in diesem Jahr war schon etwas nervig, erst irgendwie gar nicht da, dann mit Macht kommend. Wenn man sich die Stauden anschaute - da gab es nur braunes und vertrocknetes Laub, das Leben hatte sich in die Erde zurück gezogen, die Sträucher waren kahl, es gab nur kleine, kaum spürbare Erhöhungen, die einmal Knospen, Blätter und Blüten werden sollten. Und nun auf einmal - bricht alles hervor! Wo hatte das alles nur gesteckt, das viele Grün und die Farben, die feinen Blütenblätter - wie hier auf dem Bild die des Rhododendrons? Wissenschaftlich lässt sich das sicher erklären, mit den Genen und den in ihnen enthaltenen Programmierungen, mit chemischen und  biologischen Vorgängen. Aber dennoch staunen wir immer wieder zu Recht darüber. Warum fällt es uns leicht, zu glauben, dass es wieder Frühjahr wird und alles sich total ändert, aber der Glauben an Gott fällt uns oft so schwer? Sicher, wir haben unsere Erfahrungen, haben schon oft erlebt, dass es immer wieder Frühling wird, dann der Sommer kommt usw. Aber haben wir Gottes Güte nicht auch immer wieder erlebt, sein Hindurchtragen, seine Kräfte, die Ruhe und Bewahrung und Heilung? Wie schnell ist das vergessen, wenn das normale Leben wieder Einzug hält, wenn uns Sorgen und Krankheiten quälen oder wir gar liebe Menschen verloren haben.    Wir wollen neu zu glauben wagen, aber nicht nur wegen dem, was wir schon erlebt haben. Wir sollen vielmehr von den Erfahrungen zu den Verheißungen übergehen, neue Wunder glauben, Gott neu vertrauen. Wie der Jünger Thomas, der erfuhr, dass Jesus Herr über Leben und Tod ist und die Auferstehung real ist. So gibt es also Hoffnung über den Winter und auch über dieses Leben hinaus.                           Thomas Holtz