Gedanken zum Monatsspruch Juni

 

Ich glaube, wenn wir über das Reden nachdenken, fallen uns vielleicht eher Situationen ein, wo uns Worte hart getroffen haben, wo wir schroff an-gefahren wurden oder auf die Schippe genommen wurden. Worte können demzufolge allerhand auslösen, haben eher eine größere Macht als wir gewöhnlich meinen. Natürlich fallen uns auch gute Gespräche ein, wo uns liebe und nette Worte erreicht haben, die unserer Seele gut getan haben. Der weise König Salomo vergleicht dieses freundliche Reden mit Honigseim. Was ist das? Es ist der frische Honig, der gerade aus der Wabe tropft. Er hat eine schöne Farbe, einen angenehmen Duft, enthält wich-tige gesundheitsfördernde Stoffe, schmeckt süß und ist sehr nährreich.  In der Bibel wird uns von Jonathan und Jesus berichtet, wie sie diese Speise als Stärkung zu sich genommen haben (1.Sam. 14,27 , Luk. 24,42 nach Luther). Honigseim ist demzufolge eine wert-volle, angenehme Speise. Und Salomo empfiehl uns, unser Reden so zu führen. Damit sollen wir jetzt nicht der Lobhudelei verfallen, denn wir schmecken, was echt ist. Und auch ein ungezwungenes Gespräch kann schon wohltun. Aber dieses Zitat will uns aufmerken lassen, welches Potential Worte haben, was sie auslösen können, ja dem Wohl des anderen dienen können. Dabei fallen mir Situationen ein, wo ich anerkennende Wort und Wertschätzung von Gemeindemitgliedern erhalten habe. Sie bleiben in guter Erinnerung und stärken die gegenseitige Beziehung. Auch ein Zuspruch in einer Situation, wo wir zu knaupeln haben, kann aufbauen, uns einen neuen Blick schenken, Hoffnung wecken, ja Balsam für die Seele sein. Das meint Honig-Seim, das Beste, was es für diese Situation geben kann.  Und manchmal kann ein In-den-Arm-Nehmen dies unterstützen, wo man  Wärme und Nähe spürt. Und neu gefasster Mut wirkt sich körperlich aus, stärkt uns und ermutigt, sichere Schritte zu wagen. Darüber hinaus haben wir noch weitergehende Möglichkeiten. Wir dürfen uns gegenseitig  Segensworte zusprechen, wie „Jesus ist bei dir“, „Er sorgt für dich“, „Er gebe dir Ruhe“. Dies sind mehr als nur menschliche Worte, es ist ein Zuspruch Gottes, ein Anschluss an seine Kraftquelle. Es ist seine Energie, die uns erreichen und stärken kann. Und noch ein weiterer Aspekt. Von den Emmausjüngern wird berichtet, dass ihnen im Rückblick des Gespräches mit Jesus „das Herz brannte“. Seine Worte haben sie erreicht, ja sie gefesselt, ihnen eine ganz neue Sichtweise offenbart. Vielleicht  ein Aspekt zum Nachdenken: Könnten wir durch unser Reden neugierig machen, auf uns geschenkte Perspektiven und Möglichkeiten! Was unser Reden doch so alles auslösen kann. Möge unser Herr unser Reden segnen.