"Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib."
Die Bibel (Hebräer 13, 3)

Diese Verse stehen in einer Reihe letzer Hinweise, Anweisungen und Ermahnungen im Hebräerbrief. So wird auch dazu ermahnt, fest in brüderlicher Liebe zu bleiben, gastfrei zu sein, die Ehe in Ehren zu halten, nicht geldgierig zu sein, die Lehrer, die uns das Wort Gottes erklären, in Ehren zu halten. Zu jeder Ermahnung könnte man gewiss etwas sagen, im Monatsspruch wird aber besonders auf die Gefangenen und Misshandelten hingewiesen. Sicherlich waren hier die Gefangenen gemeint, die auf Grund ihres Glaubens eingekerkert waren. Johannes der Täufer, Petrus, Paulus, Silas, das waren prominente Beispiele von Männern die auf Grund ihres offenen Wortes oder ihres Glaubens in das Gefängnis kamen, aber bei weitem nicht die einzigen.
So etwas kennen wir in unserem Land zum Glück nicht, aber in der weltweiten Christenheit ist das auch heute nichts Außergewöhnliches, wie uns die Berichte und Statistiken von OpenDoors eindrücklich vor Augen stellen.
Nicht nur die Gedanken an die Mitgeschwister, sondern auch die Gebete für sie und Hilfe und Unterstützung, soweit es praktisch möglich war, sind und waren hier gefragt.
Misshandlungen der Gefangenen waren leider auch an der Tagesordnung. Körperliche Leiden mit zu empfinden, das kann man ja, weil wir alle noch unseren Leib haben mit seiner Empfindungsfähigkeit. Modern würde man sagen: seid empathisch und empfindsam für das Leid eurer Mitbürgen! Seid nicht so kalt und empfindungslos! Euch kann es doch auch einmal ähnlich gehen, dann freut ihr euch über einen Zuspruch, über eine Hilfe, wenigstens ein tröstendes und mutmachends Wort! Und dass es jemand wirklich ernst meint mit seinen Worten.
Thomas Holtz