Monatsvers

"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach."

Die Bibel (Amos 5, 24)

Ströme lebendigen Wassers

Dieses Wort des Propheten Amos ist aktueller denn je. Recht und Gerechtigkeit sollen strömen und immer da sein. Amos wirkte im Nordreich zur Zeit des Königs Jerobean II (787 bis 747 vor Christi Geburt). Das Nordreich von Israel erlebte eine wirtschaftliche Blüte, das führte dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wurde. Rechtsbruch, Bestechung, Fälschung der Gewichte waren üblich. Die Schwachen blieben ohne Rechtsbeistand. Ähnlichkeiten zur heutigen Zeit sind nicht zu übersehen. Also nichts Neues unter der Sonne.
Nun ist unsere Gesellschaft stark polarisiert. Menschen kommen zu sehr unterschiedlichen Erkenntnissen, was Recht und gerecht ist. Stichworte: Coronamaßnahmen, gute und böse Parteien – der Umgang der Legislative miteinander, Grenzen des Sozialstaates usw.
Im Text, also dort, wo unser Vers steht (Amos 5, 21-27), geht es um den Gottesdienst.
Amos deckt die Diskrepanz zwischen frommem Gehabe am Sabbat und Rück-sichtslosigkeit im Alltag auf. Gottesdienst und Gottesrecht im Alltag gehören unbedingt zusammen. Dieser religiöse Eifer, diese Gottesdienste, dieses Bemühen um Gott, dieser Einsatz – und dann die vernichtende Aussagen des Propheten (V21 … hasse, ich verwerfe …; V22 Eure Opfer – gefallen mir nicht; V23 deine Lieder – will ich nicht hören, usw.)“
Uns fallen bestimmt Menschen ein, über die wir ein ähnliches Urteil sprechen würden bzw. sprechen.
Was macht mich eigentlich gewiss, dass mein Leben und mein Einsatz nicht unter ein vergleichbares Urteil fällt? Mir fallen da Verse aus dem Matthäusevangelium (Matth. 7, 15-27) ein.
Alles geschieht da „in Jesu Namen“ und doch sagt Jesus: „Ihr habt nie wirklich zu mir gehört. Was ihr getan habt, das habt ihr ohne mich getan. Geht mir aus den Augen
Angesichts dieser Verse kann man schwer ins Grübeln kommen, sie rütteln wach, sensibilisieren. An meinem Leben soll man ablesen, wo ich verwurzelt bin (in Jesus und seinem Wort), worauf ich baue (mein Lebenshaus nicht auf Sand, sondern auf Felsen) und wie ich mit anderen umgehe. Ob ich es lebe?
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5, 24)
In der Wuppertaler Studienbibel steht dazu: „Letztendlich schafft Gott die Gerechtigkeit. Es ist die helfende Gottesgerechtigkeit, die aufbaut, zurechtbringt, wie es uns am klarsten im Gericht Gottes über Jesus, als dem Sühneopfer am Kreuz vor Augen steht. Diese Heilstat Gottes ist wie ein immer fließender Bach.
Matthias Laps

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