Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.
1. Korinther 6, 12 [Luther 2017]

Paulus schreibt diese Worte an die Gemeinde in Korinth und bezieht sich dabei auf den Umgang der wiedergeborenen Christen, die mit Hurerei und Völlerei den Bogen der Freiheit überspannt haben.

Dazu gibt Paulus zu bedenken, dass unser Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist und wir Verantwortung tragen, wie wir damit umgehen. Beispielsweise betrifft das ganz aktuell die Frage der Abtreibungsregelung, aber auch wie Luther es drastisch bezeichnete: „Das Fressen und Saufen.“ Unser Körper gehört nicht uns selbst, sondern Gott unserem Schöpfer und Erlöser. Wenn wir den Heiligen Geist durch unser Verhalten betrüben, dient das eben nicht zum Guten, sondern es belastet unsere Beziehung zu Gott.

Vor einigen Jahren habe ich einmal in einer Russlanddeutschen Gemeinde gefragt, wo es als Christ leichter ist zu leben, in Russland oder hier in Deutschland? Darauf die einhellige Antwort: „In Russland!.“ Dort gab es vom Staat so viele Einschränkungen und Verbote für Christen, so dass es nur sehr wenig Freiraum für  das christliche Leben  gab, während hier in Deutschland  alles  erlaubt  ist  und man bei jedem Angebot überlegen muss, ob man es jetzt tun soll oder eben nicht.
Soweit zu dem ersten Teil unseres Verses. Der zweite Teil hat bei mir direkt ins Schwarze getroffen, und ich kann nicht umhin, mich zu dieser Aussage zu outen. Jeden Tag kämpfe ich mit mir, weil ich das Spielen auf dem Handy nicht lassen kann und oft stundenlang damit beschäftigt bin, statt Nützlicheres zu tun. Das muss dann länger warten oder verschoben werden, weil ich so schlecht aufhören kann. Ich habe zwar Erfolge beim Rätseln, die mein Ego erfreuen, aber der Frust kommt dann prompt, wenn ich auf die Uhr schaue und feststelle, wie lange ich wieder damit beschäftigt war. Ja, ich darf mich damit beschäftigen, aber nur so lange, wie ich die Macht habe, mit Jesu Hilfe und in seiner Vollmacht eine Grenze zu setzen. Sonst regiert mich eine andere Macht, die mir nicht gut tut. Wir singen in der Gemeinde z. B: ‚Regier in mir!‘ Oder: ‚Mein ganzes Leben soll dein Haus sein, Vater‘. Mein Fazit und Gebetsanliegen steht in diesem Chorus: „HERR, mein ganzes Leben soll dir Ehre geben, gib dazu Segen!“                     

Renate Walden

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